Aktuell. Unabhängig. Nah dran.
Dienstag, 21.04.2026

Weniger Verbrechen, mehr Unfälle

So war die Sicherheitslage 2025 im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz!

Amy M. 21.04.2026, 16:01 Uhr 3 Min. Lesezeit Drucken
Polizeibeamte stehen vor einem Werbebanner mit der Aufschrift "richtig wichtig"
Marvin Klein

NEUMARKT IN DER OBERPFALZ - Die Polizeiinspektion Neumarkt in der Oberpfalz hat ihren Sicherheitsbericht 2025 vorgelegt und zieht eine gemischte Bilanz: Während die Kriminalität deutlich zurückging und den niedrigsten Stand seit 2021 erreichte, stiegen die Verkehrsunfälle mit Personenschaden auf den höchsten Wert der vergangenen zehn Jahre.

Kriminalität so niedrig wie seit Jahren nicht

Insgesamt registrierte die Polizeiinspektion im Jahr 2025 genau 2.537 Straftaten - ein Rückgang von 394 Fällen gegenüber dem Vorjahr und der niedrigste Wert seit 2021. Die Häufigkeitszahl, also die Zahl der Straftaten je 100.000 Einwohner, sank auf 2.412 und liegt damit weit unterhalb des Oberpfälzer Durchschnittswerts von 3.877. Besonders deutlich fiel der Rückgang bei der Rauschgiftkriminalität aus: Mit 53 erfassten Fällen halbierte sich die Zahl gegenüber dem Vorjahr (108 Fälle) nahezu. Die Polizei führt dies unter anderem auf die seit April 2024 geltende Neuregelung zum Umgang mit Cannabis zurück. Auch die Diebstahlskriminalität sank um fast ein Viertel auf 682 Fälle, wobei allein die Fahrraddiebstähle um 39 Prozent zurückgingen - gezielte Maßnahmen der Polizei, insbesondere an Bahnhöfen als örtlichem Schwerpunkt, zeigten hier offenbar Wirkung.

Wohnungseinbrüche: Anstieg trotz positiver Gesamtbilanz

Einen gegenläufigen Trend verzeichnet die Polizei bei den Wohnungseinbrüchen: Mit 23 angezeigten Fällen stiegen diese im Vergleich zum Vorjahr (15 Fälle) merklich an. Der Schwerpunkt lag im Stadtgebiet Neumarkt in der Oberpfalz, betroffen waren überwiegend freistehende Einfamilienhäuser. In 15 der 23 Fälle blieb es beim Versuch, die Täter gelangten nicht ins Objekt. Die Mehrzahl der Einbrüche ereignete sich in den Monaten November und Dezember. Zu Jahresbeginn im Januar 2025 kam es zudem zu sechs Aufbrüchen von Verkaufsbuden und Kassenautomaten im Dienstbereich – die Taten waren Teil einer überörtlichen Serie, der Täter konnte in Zusammenarbeit mehrerer Dienststellen ermittelt und festgenommen werden.

Sechs Verkehrstote - trauriger Rekord bei Personenschäden

Deutlich trüber fällt die Verkehrsbilanz aus. Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden stieg um rund 15 Prozent auf 400 Fälle und erreichte damit den höchsten Wert der vergangenen zehn Jahre. Sechs Menschen kamen bei Verkehrsunfällen ums Leben – drei mehr als im Vorjahr. Besonders auffällig: Die Beteiligung von E-Scootern an Unfällen verdreifachte sich von zehn auf 30 Fälle. Auch Unfälle mit Kindern nahmen erheblich zu – von 23 auf 36 Fälle, wobei 34 Kinder verletzt wurden. Als Hauptverursacher traten zunehmend junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren in Erscheinung (+28,42 Prozent), die häufigsten Ursachen lagen bei Vorfahrtsverletzungen, falschem Abbiegen und zu geringem Sicherheitsabstand. Positiv zu vermerken ist hingegen ein Rückgang der Alkohol- und Drogenunfälle.

Täterstruktur: Erwachsene stellen Mehrheit

Von den 1.320 ermittelten Tatverdächtigen im Jahr 2025 waren 76,9 Prozent männlich. Erwachsene über 21 Jahre stellten mit 82,2 Prozent die mit Abstand größte Gruppe, während der Anteil junger Tatverdächtiger in der Altersgruppe der Heranwachsenden (18 bis 21 Jahre) auf 5,7 Prozent sank – der niedrigste Wert im Zehnjahresvergleich. Gut ein Drittel der Tatverdächtigen besaß keine deutsche Staatsangehörigkeit (33,3 Prozent). Die Aufklärungsquote lag bei 64,8 Prozent.

Prävention und Großveranstaltungen

Neben der regulären Ermittlungsarbeit führte die Polizeiinspektion im Berichtsjahr zahlreiche Präventionsmaßnahmen durch – darunter Aktionen an Schulen, Seniorenprävention sowie ein Infostand zum Thema Sichtbarkeit im Straßenverkehr. Im Bereich Versammlungslagen betreute die Polizei 38 politische Versammlungen mit insgesamt 1.673 Teilnehmern, darunter regelmäßige Demonstrationen der sogenannten Grundrechtsinitiative. Zu den größten Veranstaltungen im Dienstbereich zählten der Roßmarkt in Berching mit rund 10.000 Besuchern im Februar sowie das JURA-Volksfest in Neumarkt in der Oberpfalz, das im August fast 300.000 Gäste anzog.

Fehler entdeckt oder Hinweis zur Meldung?

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar schreiben

Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft.

?>