Mittwoch, 29.04.2026
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Was das neue Sparpaket fΓΌr Millionen Versicherte bedeutet

HΓΆhere Zuzahlungen und neue Teilkrankmeldung ab 2027 geplant

Amy M. 29.04.2026, 13:16 Uhr 2 Min. Lesezeit Drucken
Verschiedene Medikamente in Form von Tabletten und Kapseln in unterschiedlichen Farben auf hellem Untergrund
Symbolfoto: envato / IrynaKhabliuk

BERLIN – Das Bundeskabinett hat ein umfassendes Sparpaket fΓΌr die gesetzlichen Krankenkassen verabschiedet. Die GesetzesplΓ€ne von Gesundheitsministerin Nina Warken (46, CDU) sollen 2027 Einsparungen von 16,3 Milliarden Euro bringen und BeitragserhΓΆhungen verhindern. Wie BILD berichtet, bringt die Reform grundlegende Γ„nderungen fΓΌr Millionen Versicherte mit sich.

UrsprΓΌnglich hatte Warken Einsparungen von knapp 20 Milliarden Euro geplant. Das finale Paket enthΓ€lt jedoch weniger drastische KΓΌrzungen und lΓ€sst das Krankengeld in voller HΓΆhe bestehen.

Deutlich hΓΆhere Zuzahlungen in der Apotheke

Ab 2027 steigen die Zuzahlungen fΓΌr verschreibungspflichtige Medikamente erheblich. Versicherte zahlen kΓΌnftig mindestens 7,50 Euro und maximal 15 Euro pro Packung. Aktuell liegen die BetrΓ€ge bei fΓΌnf und zehn Euro. Die jΓ€hrlichen Belastungsgrenzen bleiben jedoch unverΓ€ndert bei zwei Prozent des Bruttojahreseinkommens.

FΓΌr chronisch Kranke gilt weiterhin die reduzierte Grenze von einem Prozent. Bei einem Jahreseinkommen von 40.000 Euro bedeutet das maximal 800 Euro jΓ€hrlich beziehungsweise 400 Euro fΓΌr chronisch Kranke.

Neue Teilkrankmeldung ermΓΆglicht flexibles Arbeiten

Die Reform fΓΌhrt ein vΓΆllig neues Konzept ein: die Teilkrankmeldung. Versicherte kΓΆnnen kΓΌnftig freiwillig trotz Krankschreibung stundenweise weiterarbeiten. MΓΆglich sind Arbeitszeiten von 25, 50 oder 75 Prozent der normalen Wochenarbeitszeit. Ein Arbeitnehmer mit 40-Stunden-Woche kΓΆnnte beispielsweise 20 Stunden arbeiten, obwohl er teilweise arbeitsunfΓ€hig ist.

Dieses Modell ersetzt die bisherige strikte Trennung zwischen gesund und komplett krankgeschrieben. Experten erhoffen sich dadurch eine schnellere RΓΌckkehr ins Berufsleben.

Kostenlose Familienversicherung stark eingeschrΓ€nkt

Die kostenlose Mitversicherung von Ehepartnern soll ab 2028 zur Ausnahme werden. Versicherte zahlen dann zusΓ€tzlich 2,5 Prozent ihrer beitragspflichtigen Einnahmen fΓΌr mitversicherte Partner. UrsprΓΌnglich forderte Warken sogar 3,5 Prozent. Ausnahmen gelten fΓΌr Familien mit Kindern unter sieben Jahren, PflegefΓ€lle und Rentner. Kinder bleiben weiterhin beitragsfrei mitversichert.

Kliniken und Γ„rzte tragen Hauptlast der Einsparungen

Den Großteil der Reformkosten von 11,3 Milliarden Euro sollen nicht die Versicherten stemmen. Stattdessen plant die Regierung Einsparungen bei Kliniken, Γ„rzten und der Pharmaindustrie. Diese Umverteilung der Lasten war ein zentraler Streitpunkt in den Verhandlungen zwischen CDU und SPD.

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