Sonntag, 26.04.2026

"Bei der Erinnerung allein darf es nicht bleiben"

Herrmann erinnert bei Gedenkveranstaltung in FlossenbΓΌrg an NS-Opfer

Amy M. 26.04.2026, 18:24 Uhr 2 Min. Lesezeit Drucken
Historisches GebΓ€ude mit rotem Dach und moderner Ausstellungshalle auf weitlΓ€ufigem GelΓ€nde mit Fundamentresten
KZ-Gedenkstelle FlossenbΓΌrg / Foto: Thomas Dashuber

FLOSSENBÜRG – Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat beim 81. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers FlossenbΓΌrg zur gelebten Erinnerungskultur aufgerufen. Das Bayerische Staatsministerium des Innern, fΓΌr Sport und Integration meldet, dass der Minister die Bedeutung der GedenkstΓ€tte als Mahnmal und Ort der Verantwortung betonte.Β "Das Konzentrationslager FlossenbΓΌrg ist ein Mahnmal, ein Ort des Erinnerns und ein Ort der Verantwortung", erklΓ€rte Herrmann bei der Gedenkveranstaltung. "Die heutige GedenkstΓ€tte hΓ€lt die Erinnerung an die Opfer wach, die von den Nationalsozialisten auf immer zum Schweigen gebracht werden sollten. Dass ihnen das nicht gelungen ist, verdanken wir all jenen, die sich unermΓΌdlich fΓΌr die Erinnerungskultur einsetzen, und vor allem den Überlebenden, vor denen wir uns heute in tiefer Achtung und Dankbarkeit verneigen", betont Herrmann.Β 

Staatsregierung fΓΆrdert Erinnerungskultur aktiv

Der Innenminister unterstrich die Notwendigkeit, aus der Erinnerung Konsequenzen zu ziehen. "Bei der Erinnerung allein darf es nicht bleiben. Aus ihr mΓΌssen Konsequenzen wachsen – fΓΌr unser Handeln heute und fΓΌr unsere Verantwortung morgen", sagte Herrmann. Die Bayerische Staatsregierung fΓΆrdere deshalb aktiv und nachhaltig die Erinnerungskultur an Schulen, staatlichen Einrichtungen und im ΓΆffentlichen Raum.Β Besonders thematisierte der Minister die Rolle der Polizei wΓ€hrend der NS-Zeit. Diese hatte in der Verfolgung der Juden, Sinti und Roma sowie anderer Gruppen einen großen Anteil und diente als zentrales Instrument des NS-Regimes. "Diese Erkenntnis ist schmerzhaft, aber sie ist notwendig", betonte Herrmann.

Polizeiausbildung integriert Geschichtsaufarbeitung

Als praktisches Beispiel fΓΌhrte der Innenminister die Ausbildung der Polizei an. PolizeischΓΌler und Studenten des Standorts Sulzbach-Rosenberg nehmen als fester Bestandteil ihrer Ausbildung an einer FΓΌhrung und einem Workshop im Konzentrationslager FlossenbΓΌrg teil. Dabei steht die Auseinandersetzung mit der Rolle der Polizei im Nationalsozialismus und ihren Verbindungen zu den Deportationen im Mittelpunkt.

Herrmann kritisierte auch diejenigen, die diese Erinnerungskultur infrage stellen. "Wer diese Erinnerungskultur infrage stellt, insbesondere in Teilen der AfD, will offensichtlich die Ermordung von aktiven Christen wie Dietrich Bonhoeffer oder Personen aus dem Widerstand gegen das NS-System wie Admiral Canaris, Polen und Russen und vielen anderen lieber verschweigen als daraus lernen", sagte der Minister.

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