BURGKIRCHEN - Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger gab im Chemiepark Gendorf den Startschuss für die Initiative "Home of Bavarian Deeptech". Damit soll die Ansiedlung industrieller Deeptech Start- und Scale-ups im bayerischen Chemiedreieck gefördert werden. Bei Deeptech geht es um technologische Innovationen, die die Wirtschaft grundlegend verändern.
Neue Perspektiven für Chemieindustrie
Die InfraServ GmbH, Betreiber des Chemieparks Gendorf, will damit die Transformation der Chemieindustrie vorantreiben und junge, innovative Unternehmen mit etablierten Firmen vernetzen. "Die chemische Industrie steht unter Druck. Viele Konzerne arbeiten an der Rentabilitätsgrenze", erklärte Aiwanger. "Der Chemiepark Gendorf schlägt nun ein neues Kapitel für die Branche auf. Hier wird die bewährte Technik, der Kundenstamm, die Kapitalstärke und die Erfahrung mit neuen, innovativen Ideen zusammengebracht."
Batterie-Recycling und grüner Flugtreibstoff
Deeptech kenne man vor allem aus dem Digitalbereich, so der Minister. "Es freut mich sehr, dass wir diese neue motivierte Gründergeneration nun auch in der Chemieindustrie sehen. Chemie ist die Grundstoffindustrie, ohne Chemie gibt es keine Baustoffe, ohne Chemie würde dieses Land Neandertal heißen." Der Chemiepark Gendorf ist mit über 30 Standort-Unternehmen und rund 4.500 Beschäftigten der größte Chemiepark Bayerns. Das Münchner Start-up Tozero etwa recycelt Lithium-Ionen-Batterien und gewinnt aus Altbatterien hochreines Lithium, Graphit und Nickel-Kobalt. Die Firma Caphenia arbeitet an einem Verfahren zur Produktion von erneuerbarem Flugtreibstoff.