ROSENHEIM – Neue Therapien, aktuelle Forschung und internationale Erfahrungen standen im Mittelpunkt des Rosenheimer Pädiatrietags. Rund 70 Fachleute informierten sich über die rasanten Fortschritte in der Kinder- und Jugendmedizin. Prominente Vertreter aus nationalen Fachgesellschaften folgten der Einladung von RoMed-Chefarzt PD Dr. Hendrik Jünger nach Rosenheim.
Die Beiträge aus verschiedensten Bereichen der Kinderheilkunde verdeutlichten, wie schnell sich Diagnostik und Therapie entwickeln. Die große Resonanz unter den Teilnehmenden zeigte das hohe Interesse an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Neue Hoffnung für kleinste Frühgeborene
Prof. Dr. Christoph Bührer von der Charité Universitätsmedizin Berlin beleuchtete die langfristigen Chancen extrem früh geborener Kinder. Der Berliner Neonatologe und ehemalige Präsident der deutschen Gesellschaft für Neonatologie sprach vor interessiertem Publikum. Am Rosenheimer Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe versorgen Mediziner eine große Anzahl kleinster Frühgeborener mit sehr guten Ergebnissen.
Die Erkenntnisse des renommierten Experten boten wichtige Impulse für die lokale Behandlung. Moderne Therapieansätze eröffnen den winzigen Patienten bessere Zukunftsperspektiven.
Kinderchirurgie erhält personelle Verstärkung
Prof. Dr. Christian Knorr skizzierte die Entwicklung der Kinderchirurgie am RoMed Klinikum und unterstrich ihre Bedeutung für die regionale Versorgung. Dr. Ingo Jester verstärkt das Team seit dem 1. April und bringt wertvolle internationale Erfahrungen mit. Der neue Kollege berichtete über seine langjährige Tätigkeit am Birmingham Children's Hospital, einer der größten Kinderkliniken Europas.
Die personelle Erweiterung ermöglicht eine noch bessere chirurgische Versorgung junger Patienten in der Region. Komplexe Eingriffe können dadurch vor Ort durchgeführt werden.
Enge Kooperation mit Universitätskliniken
Prof. Dr. Julia Hauer, Direktorin der Kinderklinik der TU München am Klinikum Schwabing, erläuterte die intensive Zusammenarbeit mit Rosenheim. Besonders in der Kinderonkologie arbeiten beide Kliniken eng zusammen. Die Expertin stellte neue Therapieansätze vor, die Nebenwirkungen klassischer Krebstherapien reduzieren können.
Prof. Dr. Florian Heinen von der LMU München referierte als weiterer Kooperationspartner über entwicklungsneurologische Diagnostik. Der Direktor des integrierten Sozialpädiatrischen Zentrums präsentierte neue Erkenntnisse bei Migräne im Kindesalter, die erheblichen Leidensdruck erzeugen kann.
Neue Spezialambulanz startet durch
Dr. Anna Deißler stellte die neu eingerichtete Spezialambulanz für Erkrankungen der Verdauungsorgane vor. Die Kindergastroenterologin arbeitet seit dem 1. April am RoMed Klinikum und erweitert das medizinische Spektrum. Ihr Vortrag zu seltenen Erkrankungen ihres Fachgebiets stieß auf reges Interesse bei den Zuhörern.
Die neue Ambulanz schließt eine wichtige Versorgungslücke in der Region. Kinder mit komplexen Magen-Darm-Erkrankungen erhalten nun spezialisierte Behandlung vor Ort.
Positive Bilanz für medizinischen Austausch
Chefarzt PD Dr. Jünger zog zum Abschluss ein positives Fazit der Veranstaltung. "Die große Resonanz zeigt, wie wertvoll der direkte Dialog innerhalb der Fachcommunity ist", resümierte der Mediziner. "Zudem ergab sich die Möglichkeit, unsere wichtigsten Partner aus den Münchener Universitätskinderkliniken persönlich vorzustellen."
Der Austausch mit führenden Fachleuten bringe aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse in die Region und fördere den Wissenstransfer in die klinische Praxis. Neben der eigenen breiten Subspezialisierung seien funktionierende Kooperationen die wichtigste Voraussetzung für moderne, wohnortnahe Behandlung auf höchstem medizinischem Niveau.