POTSDAM – Fast 500 verdächtige Dokumente prüften 40 afrikanische Staaten gemeinsam mit deutscher und spanischer Polizei in zweiwöchiger Aktion.
POTSDAM – Fast 500 verdächtige Dokumente prüften Polizeikräfte aus 40 afrikanischen Staaten gemeinsam mit deutscher und spanischer Polizei in einer zweiwöchigen Aktion. Die internationale Operation vom 20. Mai bis 2. Juni verhinderte etliche illegale Einreisen in die EU mit gefälschten Pässen oder Schengenvisa. Kurios: Auf den Seychellen entdeckten die Beamten einen seit Jahren als vermisst gemeldeten Deutschen.
An der sogenannten EMPACT-Aktion beteiligten sich 40 Staaten der Afrikanischen Union sowie die spanische Nationalpolizei und die Bundespolizei. Über die spanische Nationalpolizei schloss sich auch das Kooperationsnetzwerk "Red Atenas" an, dem fast alle südamerikanischen Staaten angehören.
Mit Unterstützung der Bundespolizei entstand in Algier ein gemeinsamer Helpdesk zur schnellen Prüfung von Dokumentenfälschungen und Dokumentenmissbrauch. Dieser stand binnen weniger Minuten den anfragenden Polizisten in fast ganz Afrika als schnelle Entscheidungshilfe zur Verfügung. Die Beamten erhielten klare Anweisungen: "Dokument echt" und "Weiterreise möglich" oder "Dokument falsch" und "Ausreise nach Europa untersagen".
Die Kommunikation erfolgte über einen speziellen Polizeimessenger, den die Bundespolizei den afrikanischen Staaten zur Verfügung stellte. Dieser ermöglichte eine schnelle Verbindungsaufnahme direkt aus der Kontrollsituation heraus.
Den Helpdesk bedienten Experten der spanischen Nationalpolizei, von Afripol, verschiedener afrikanischer Staaten und der Bundespolizei gemeinsam. EMPACT ist der gemeinsame Mechanismus der EU-Mitgliedstaaten zur Bekämpfung schwerer und internationaler Kriminalität. Die Bundespolizei leitet dabei für Deutschland den Prioritätsbereich zur Bekämpfung der Schleusungskriminalität.