Im Nürnberger Tiergarten sind zwei Karpatenluchs-Jungtiere geboren worden - der vierte Zuchterfolg in Folge.
NÜRNBERG - Im Tiergarten der Stadt Nürnberg gibt es Nachwuchs bei den Karpatenluchsen: Weibchen Desari brachte vor wenigen Wochen zwei Jungtiere zur Welt. Welches Geschlecht die Kleinen haben, ist noch nicht bekannt, da die Tiere bei der Aufzucht nicht gestört werden sollen. Derzeit halten sie sich hauptsächlich in einer Felsnische auf und zeigen sich nur selten den Besucherinnen und Besuchern.
Luchse sind bei der Geburt noch blind und wiegen etwa 250 bis 300 Gramm. Die ersten Wochen verbringen die Kleinen in ihrem Versteck, wo sie von Mutter Desari gesäugt werden. Vater der Neugeborenen ist der vierjährige Kuder Sitka, der im April 2025 im Rahmen des Erhaltungszuchtprogramms des Europäischen Zooverbands EAZA aus dem belgischen Zoo Monde Sauvage nach Nürnberg kam.
"Unsere Luchse ziehen jetzt schon zum vierten Mal in Folge Jungtiere groß - das ist ein großer Erfolg. Damit können wir einen Beitrag zum Erhalt der größten Katzenart Europas und zu ihrer Wiederansiedlung in der Natur leisten", sagte Jörg Beckmann, Biologischer Leiter und stellvertretender Direktor des Tiergartens. Ob eines oder beide Jungtiere ausgewildert oder im Rahmen des Zuchtprogramms weiter gezüchtet werden, steht noch nicht fest.
Der Eurasische Luchs gilt in weiten Teilen Europas als ausgestorben. In Deutschland steht er auf der Roten Liste als stark gefährdet. Ende 2020 gab es laut Bundesamt für Naturschutz rund 190 wildlebende Eurasische Luchse in Deutschland. Der Tiergarten Nürnberg engagiert sich aktiv für den Erhalt der Art - als Mitglied im beratenden Gremium des Zuchtprogramms und im internationalen Netzwerk "Linking Lynx".