MÜNCHEN – Die Feuerwehr München verzeichnete 2025 einen neuen Einsatzrekord von 107.100 Einsätzen - ein Anstieg von 6,1 Prozent zum Vorjahr.
MÜNCHEN – Die Feuerwehr München verzeichnete im Jahr 2025 ein besonders einsatzintensives Jahr mit mehreren prägenden Ereignissen. Insgesamt leisteten die Einsatzkräfte 107.100 Einsätze - ein neuer Höchststand und ein Anstieg von rund 6,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Wie die Feuerwehr München in ihrer Jahresbilanz mitteilt, verdeutlichen dramatische Anschlagsituationen in der Seidlstraße und der Lerchenau die intensive Zusammenarbeit zwischen Freiwilliger Feuerwehr und Berufsfeuerwehr. Am 13. Februar fuhr ein Auto in einen Ver.di-Demonstrationszug und verletzte 44 Menschen. Eine 37-Jährige Mutter und ihre zweijährige Tochter starben später an den Folgen.
Am 1. Oktober 2025 ereignete sich in der Lerchenau ein Brand in einem Einfamilienhaus, begleitet von mehreren Explosionen. Aufgrund von Sprengfallen mussten die Einsatzkräfte den Einsatz zunächst unterbrechen. Zwei Menschen konnten schwer verletzt gerettet, rund 80 Anwohner evakuiert werden - zwei Personen verstarben jedoch. Nach der Entschärfung löschten die Retter das Feuer, das Gebäude brannte jedoch vollständig aus. Rund 160 Einsatzkräfte standen im Einsatz.
Am 1. September 2025 startete erstmals in Deutschland die staatlich anerkannte Ausbildung zur Betriebsassistentin und zum Disponenten einer Integrierten Leitstelle. Neun Auszubildende begannen ihre zwei- beziehungsweise dreijährige Ausbildung, in der sie den Umgang mit Notrufen sowie die Disposition und Alarmierung von Einsatzkräften erlernen. Der neue Ausbildungsweg "112 Direkt Leitstelle" entstand nach einer mehrjährigen Projektphase. 2025 startete erstmals eine inklusive Brandschutzerziehung für gehörlose Kinder in der Integrierten Leitstelle. Insgesamt schulten die Feuerwehrleute 47 hörbeeinträchtigte und gehörlose Menschen, unter anderem im Umgang mit Notrufen über die Nora-App. Ein besonderes Highlight stellte der Jurypreis im Wettbewerb "120 Sekunden, um zu überleben!" dar, den eine Münchner Schulklasse für ihr Aufklärungsvideo zum Brandschutz für gehörlose Menschen gewann.
Am 14. Oktober öffnete die neue Feuerwache 5 - Ramersdorf nach achtjähriger Bauzeit ihre Türen. Der moderne Gebäudekomplex bündelt verschiedene Organisationseinheiten. Seit Dezember 2025 erprobt die Feuerwehr München gemeinsam mit dem Unternehmen Skyflow ein automatisiertes Drohnensystem - als erstes Vorhaben dieser Größenordnung im deutschen Feuerwehrwesen. Von zwei Standorten aus unterstützen die Drohnen die Einsatzkräfte, indem sie bereits auf der Anfahrt hochauflösende Lagebilder liefern.
Die Einsatzstatistik für 2025 teilt sich auf in 74.704 Rettungsdienseinsätze, 18.836 Technische Hilfeleistungen, 8.875 Brandalarme, 3.214 Sicherheitswachen, 584 ABC-Einsätze und 887 sonstige Feuerwehreinsätze. In der Integrierten Leitstelle gingen insgesamt 846.102 Anrufe ein. Die Feuerwehr München beschäftigte 2025 insgesamt 1.700 Beamtinnen und Beamte im Einsatzdienst, 142 Auszubildende durchliefen die Feuerwehrschule. "Das vergangene Jahr hat einmal mehr gezeigt, wie herausfordernd und unverzichtbar unsere Arbeit für die Sicherheit der Münchner Bevölkerung ist", sagte Oberbranddirektor Wolfgang Schäuble. "Mit großem Engagement, moderner Technik und einem starken Team stellen wir uns auch künftig jeder Lage."