BERLIN – Die Regierung plant eine neue Steuer auf zuckerhaltige Getränke. Auch Alkohol und Zigaretten sollen teurer werden.
BERLIN – Die Bundesregierung plant die Einführung einer neuen Zuckerabgabe auf süße Getränke. Zur Konsolidierung des Haushalts sind außerdem eine Erhöhung der Alkohol- und Tabaksteuer sowie der Abbau von Finanzhilfen geplant. Das berichtet BILD unter Berufung auf Kreise des Finanzministeriums. Wer künftig stark gezuckerte Getränke wie Cola trinkt, hilft damit Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (48, SPD) bei der Haushalts-Sanierung. Alternativ könnten die Süßwaren- und Limonadenhersteller den Zuckergehalt ihrer Produkte reduzieren. Nach den bereits teureren Zigaretten soll nun also auch der Zuckerkonsum verteuert werden.
Im März hatte eine geheime Arbeitsgruppe aus Abgeordneten der Unions- und SPD-Fraktion Vorschläge einer Experten-Kommission für eine Gesundheitsreform beraten. Damals lagen sowohl die höhere Tabaksteuer als auch die Zuckerabgabe bereits auf dem Tisch. Die Pläne sollen helfen, das 13-Milliarden-Euro-Defizit der Krankenkassen zu bekämpfen. Bereits im Februar hatte sich SPD-Gesundheitsexperte Christos Pantazis (50) für eine Zuckerabgabe stark gemacht. Er begründete dies damit, Krankheiten vorzubeugen und langfristig das Gesundheitssystem zu entlasten. Seine Forderung: Hersteller sollen ihre Rezepturen ändern und weniger Zucker in die Getränke mischen.
"Ein hoher Konsum zuckerhaltiger Produkte – besonders von Softdrinks – fördert Übergewicht, Adipositas und Folgeerkrankungen wie Typ-2-Diabetes", sagte Pantazis damals gegenüber BILD. Verbraucher sollen dadurch automatisch gesünder trinken. Unterstützung bekam er aus der Medizin. Kassenärzte-Chef Andreas Gassen (63) erklärte: "Die Liste der Gesundheitsschädigungen durch übermäßigen Zuckergenuss ist lang. Gerade Kinder und Jugendliche müssen hiervor in einem präventiven Ansatz geschützt werden." Eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke könne helfen, den Zuckergehalt zu senken, wie die Ergebnisse anderer Länder zeigten, zitiert BILD Gassen als sagend.