BAYERN – Ab Juli 2026 zahlen Wasserentnehmer zehn Cent pro Kubikmeter Grundwasser. Freibetrag liegt bei 5.000 Kubikmetern jährlich.
BAYERN – Ab dem 1. Juli 2026 führt Bayern den Wassercent ein. Das Wasserentnahmeentgelt beträgt einheitlich zehn Cent pro Kubikmeter Grundwasser. Umweltminister Thorsten Glauber bezeichnete die Abgabe heute in München als "Meilenstein für den Grundwasserschutz".
"Der Wassercent gibt unserem wichtigsten Lebensmittel einen Wert", erklärte Glauber. Die aktuelle hitzebedingte Wassersituation in vielen bayerischen Regionen zeige, wie wichtig ein verantwortungsvoller Umgang mit Wasserressourcen sei. Die Einnahmen fließen zweckgebunden in Maßnahmen zum Wasserschutz und nachhaltige Wasserbewirtschaftung.
Alle Wasserentnehmer zahlen erst ab einer Menge von 5.000 Kubikmetern pro Jahr. Im ersten Erhebungszeitraum vom Juli bis Dezember 2026 liegt der Freibetrag bei 2.500 Kubikmetern. Betroffen sind öffentliche Wasserversorger, private Entnehmer und die Industrie, die Grundwasser direkt aus eigenen Brunnen entnehmen.
Haushalte, die Wasser von Versorgungsunternehmen beziehen, zahlen nicht direkt. Die Wasserversorger beteiligen sie an den Kosten. Die ersten Zahlungen erfolgen 2027.
Das Umweltministerium empfiehlt allen Wasserentnehmern, ihre Zählerstände zum 1. Juli 2026 zu dokumentieren. Diese Dokumentation brauchen sie für die Glaubhaftmachung der tatsächlich entnommenen Wassermenge. Bis zum 1. März 2027 können sie die Mengen bei der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde melden.
Eine gesetzliche Messverpflichtung besteht nicht. Das Ministerium setzt auf Vertrauen und Selbstverantwortung. Bestehende Messverpflichtungen aus Zulassungsbescheiden bleiben unberührt.
Im Herbst 2026 erhalten potenzielle Entgeltpflichtige ein Informationsschreiben von ihrem Landratsamt oder der kreisfreien Stadt. Das Schreiben enthält Details zur elektronischen Übermittlung der Wassermengen für den ersten Erhebungszeitraum.