NÜRNBERG – Die Arbeitslosigkeit verharrt den vierten Monat über drei Millionen Menschen. Der übliche Frühjahrsaufschwung fällt aus.
NÜRNBERG – Die Arbeitslosenzahlen bleiben den vierten Monat in Folge über der psychologisch wichtigen Marke von drei Millionen Menschen. Der normalerweise zu dieser Jahreszeit einsetzende Frühjahresaufschwung bleibt komplett aus. Die Krise am deutschen Arbeitsmarkt verfestigt sich zusehends.
Im April sank die Zahl der Arbeitslosen nur leicht um 13.000 auf 3,008 Millionen. Das Minus fällt jedoch minimal aus und täuscht über die wahre Lage hinweg. Saisonbereinigt zeigt sich sogar ein Rückschlag - hier stieg die Zahl zum Vormonat um 20.000 an.
Im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnet Deutschland einen Anstieg um 77.000 Arbeitslose. Die Arbeitslosenquote verharrt bei 6,4 Prozent. Andrea Nahles (55), Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, warnt eindringlich vor der Entwicklung.
"Eine Trendumkehr am Arbeitsmarkt ist noch nicht in Sicht. Die Frühjahrsbelebung fällt auch im April schwach aus", erklärte Nahles, wie die BILD-Zeitung berichtet. Normalerweise sorgt der April für spürbare Entlastung, da Bau, Gastronomie und andere Branchen wieder Personal einstellen.
Doch in diesem Jahr bleibt dieser Effekt weitgehend aus. Die Unterbeschäftigung steigt weiter leicht an und liegt bei 3,665 Millionen Menschen. Sie hat sich saisonbereinigt um 12.000 erhöht. Ein Hauptgrund liegt darin, dass Unternehmen sich mit Neueinstellungen zurückhalten.
Die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt schwach. Zwar meldeten Betriebe aktuell noch 641.000 offene Stellen - doch das sind 5.000 weniger als vor einem Jahr. Auch der wichtige BA-Stellenindex, mit dem die Bundesagentur monatlich die Nachfrage nach Arbeitskräften abbildet, sinkt kontinuierlich weiter.
Gleichzeitig bröckelt die Beschäftigung spürbar. Die Zahl der Erwerbstätigen sank zuletzt ebenso wie die Zahl der Sozialversicherungspflichtigen. Immer mehr Menschen sind zudem auf staatliche Unterstützung angewiesen.
Über 1,07 Millionen Menschen beziehen Arbeitslosengeld - deutlich mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig erhalten rund 3,83 Millionen Menschen Bürgergeld. Diese Zahlen verdeutlichen das Ausmaß der anhaltenden Arbeitsmarktkrise in Deutschland.